Kooperation gegen Verschwendung:

Tschechische Lebensmittelbanken und die Tafel Sachsen e.V. – Zusammenarbeit über Ländergrenzen wirken sich aus


Quelle: Radio Prag International vom 22.07.2020 (Auszug) und Euroregion Erzgebirge

Wo sich der Staat seiner Verantwortung entzieht, treten andere gesellschaftliche Akteure in Aktion, so etwa die Tafeln in Sachsen und ihr Gegenstück, die tschechischen Lebensmittelbanken. Vertreter der Verbände tagten am 16.07 bis 17.07.2020. Es ging um die gemeinsame Zusammenarbeit. Die beiden Verbände arbeiten seit mehr als einem Jahr zusammen. Ziel ist es, grenzüberschreitend gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen und damit sozial Bedürftigen Menschen zu helfen. Dabei zeigte sich ein wesentlicher Unterschied zwischen der Tafel in Sachsen und den Lebensmittelbanken in Tschechien.

Karltheodor Huttner, Landesvorsitzender der Sächsischen Tafeln dazu:.

„Die Lebensmittelbanken haben in erster Linie Organisationen beliefert wie zum Beispiel die Caritas, Altenheime, Kinderheime oder Frauenhäuser. Bedürftige wurden nicht so häufig direkt unterstützt. In langer Diskussion haben wir uns nun geeinigt. Auch die Lebensmittelbanken beginnen nun, ihre Waren direkt auszugeben.“ In diesem Punkt gleichen sich die tschechischen Lebensmittelbanken dem Vorgehen des Nachbarlandes an. Neben dem Austausch von Konzepten und Erfahrungen hat die Zusammenarbeit aber auch schon ganz konkrete Formen angenommen.

Aleš Slavíček leitet den Verband der Lebensmittelbanken in der tschechischen Republik:

„Uns inspiriert, dass die Tafeln die Lebensmittel direkt verteilen. Wir haben begonnen, unsere Zusammenarbeit ganz konkret zu machen. Unsere grenznahen Banken fahren nach Dresden, um dort Waren abzuholen. Zudem wollten wir uns ansehen, welche Unterschiede bestehen. Während des ersten Jahres haben wir 20 Tonnen aus Deutschland in Tschechien verteilt. Das hat uns sehr geholfen, weil dadurch das Angebot unserer Lebensmittelbanken angewachsen ist“.

Überschüssige Waren aus den Tafeln in Sachsen gelangen so zu einem großen Teil in das tschechische Grenzgebiet. „Wir haben festgestellt, dass in den großen Städten eine Vielzahl von Discountern Lebensmittel spenden. Sie haben also weniger Bedarf als kleine Kreise oder Kreise im grenznahen Gebiet“, so Dietmar Haase, Co. Vorsitzender der sächsischen Tafeln.

„Wir unterstützen gerade die grenznahen Foodbanks: zum Beispiel in Litomerice, Liberec, Ústí nad Labem oder Karlovy Vary. Diese Lebensmittelbanken kommen einmal in der Woche nach Dresden, wo wir ein großes Logistikzentrum haben. Dort bedienen wir dann diese Tafeln.
Seit Jahresbeginn 2018 müssen in Tschechien Einzelhandelsmärkte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern einen Teil der unverkäuflichen Lebensmittel spenden. Geschieht das nicht, drohen hohe Geldstrafen. Ganz nach dem Motto: „Eigentum verpflichtet“. Dietmar Haase hält so ein Gesetz in Deutschland aber nicht für nötig.

„Wir brauchen das nicht. Die Discounter spenden die Ware ohnehin an die Tafeln. Es bedarf dazu keiner gesetzlichen Regelung.“ Die Coronakrise war auch bei den deutschen Tafeln und ihrem tschechischen Gegenstück, den Lebensmittelbanken, deutlich spürbar.


A nakonec týdne jedna skvělá zpráva!  SPOLEČNÝMI SILAMI: ČESKÉ POTRAVINOVÉ BANKY A SASKÁ TAFEL PROTI ZBYTEČNÉMU PLÝTVÁNÍ!

Cílem této záslužné iniciativy je společná přeshraniční pomoc potřebným a omezení plýtvání jídlem. Zástupci obou institucí se minulý týden setkali na konferenci v Praze.  Kromě výměny konceptů a zkušeností už tato spolupráce přinesla i první reálné výsledky. Aleš Slavíček, zástupce Svazu potravinových bank: „Naše banky v příhraničí již jezdí do Drážďan pro zboží. Během prvního roku jsme v ČR rozdělili celkem 20 tun materiálu z Německa. Velmi nám to pomohlo, naše vlastní nabídka se tím výrazně zpestřila.“
Od roku 2018 jsou čeští maloobchodníci povinni darovat část neprodaných potravin do banky. Pokud tak neučiní, hrozí jim vysoké pokuty. Dietmar Haase, místopředseda saské Tafel považuje takový zákon za nadbytečný.„Takovýto zákon nepotřebujeme. Maloobchodníci nám tak jako sami nabízejí své potraviny. K tomu není potřeba žádné dodatečné legislativy.“
 Krize ohledně koronaviru se výrazně projevila jak na české, tak také na německé straně. Například v Praze se běžně každý den rozdá 30 balíčků potravin. Během korony se toto číslo zdesetinásobilo. Zároveň též přibylo dárců, proto mohla být zvýšená poptávka vždy uspokojena. Přicházely například potraviny ze školních kuchyní, restaurací či kaváren.
Během koronavirové krize v Sasku muselo své pobočky dočasně uzavřít jen 5 z celkových 44 Tafel pracovišť.