20 Jahre Tafel in Reichenbach – (k)ein Grund zum Feiern?

Am 19. März 1999 öffneten sich zum ersten Mal die Türen der Tafel in Reichenbach, der ersten derartigen Einrichtung im Vogtland. Eine Handvoll Gäste schaute damals am Graben 57 (heute Leuchtturm) vorbei und staunte, was ehrenamtliche Helfer bei den ersten Spendern an noch verwertbaren Lebensmitteln gesammelt hatten.

Schnell wurden es mehr Gäste und mehr Spender. Heute, am 19. März 2019, sind es wöchentlich ca. 300 und mehr als 50 Spender.

Was mit einem gespendeten Transporter der Firma Glitzner begann, wird heute mit zwei Kühlfahrzeugen, ausgefeilten Tourenplänen und einem PKW für schnelle und kleine Einsätze bewältigt.

Allein in den letzten fünf Jahren wurden über 1.000 Tonnen an noch verwertbaren Lebensmitteln von Spendern bereitgestellt, abgeholt, sortiert, portioniert und an die Gäste der Einrichtung ausgegeben. 1.000 Tonnen Lebensmittel, die sonst vernichtet worden wären, obwohl diese durchaus noch ohne Bedenken verzehrbar waren. Rechnet man die Tonnage auf LKW um, käme diese auf 250 40-Tonner und das allein im Wirkungsbereich der Tafel Reichenbach.

In all den Jahren hat sich vieles getan. Der erste Träger, der VdK, trennte sich wegen Umstrukturierungen von der Einrichtung. Engagierte Ehrenamtliche übernahmen die Verantwortung und gründeten 2003 einen eigenen Trägerverein, den Reichenbacher Tafel e. V. 2005 zog die Einrichtung aus den zu eng gewordenen Räumen ins Haus der Verein um. Systematisch wurden Auflagen der Lebensmittelhygiene mit Mitteln aus verschiedenen Fördertöpfen, vor allem der Lidl-Pfandspende und großzügigen Spenden (Lions-Club), umgesetzt und Kühlfahrzeuge, eine Kühlzelle, ein Kühlregal sowie Edelstahltische angeschafft.

Vielen Dank an alle Helfer! Danke auch den Spendern und Unterstützern!

Nur möglich wurde diese soziale Arbeit durch die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer im Verein. Teilweise leisten Einzelne mehr als 1.000 Stunden unentgeltliche Arbeit im Jahr.

Das sind alles Zahlen, die uns ein wenig stolz machen, aber auch nachdenklich. Ist es ein Grund zum Feiern, in einem wirtschaftlich starken Land seit 20 Jahren sozial benachteiligte Menschen mit Lebensmittelspenden zu versorgen?

Jeder einzelne Helfer und Mitarbeiter, vom Vorstand, über die Fahrer und die Helferinnen im Bereich Gemüse und Ausgabe bis hin zu den Helferinnen in der Mitarbeiterküche, erledigt seine Arbeit gern und mit viel Engagement. Trotzdem würde sich jeder freuen, wenn alle Menschen in Deutschland von ihrem Einkommen, sei es Lohn oder Rente, leben könnten.

Aus diesem Grund verzichten wir auf eine Feierstunde. Wir bedanken uns von Herzen bei allen, die unsere Arbeit unterstützen und ermöglichen. Stellvertretend seien an dieser Stelle genannt: die Lebensmittel- und Gebrauchsartikelspender, die Mitglieder und Fördermitglieder, die Geldspender, Fördermittelgeber, die Rewe- und Lidl-Kunden, die Kommune Reichenbach. Den zahlreichen anderen sozialen Vereinen danken wir an dieser Stelle für die jahrelange gute Zusammenarbeit.

Ein ganz besonderer Dank geht aber an die mehr als 40 ehrenamtlichen Helfer, die jahrein – jahraus unentgeltlich und zumeist ohne auf die Zeit zu schauen Tafelarbeit leben und die Gäste nicht nur mit Lebensmitteln, sondern auch mit Rat und Hilfe sowie Rezepttipps versorgen.

Vielen Dank für Eure Arbeit!

Damit diese Helfer im Jubiläumsjahr nicht leer ausgehen müssen, findet ein Ausflug statt, der ein paar Stunden Freizeit und Fröhlichkeit verspricht. Finanziert wird dieser aus Mitgliedsbeiträgen und zweckgebundenen Spenden.

Wer unserer Einrichtung und unseren Helfern Danke sagen möchte, kann dies gern mit Worten tun oder einer kleinen Spende unter dem Kennwort „Jubiläum“ und der Kontonummer: IBAN: DE24 8709 5824 5043 9890 08 bei der Volksbank Vogtland eG.

Petra Düntsch, Gudrun Schimmel, Petra Beek und Beate Werner von Vorstand des Tafel Reichenbach im Vogtland e. V.

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