Tafel Meißen vor Herausforderungen


Steigende Kosten und wachsender Unterstützungsbedarf belasten die Arbeit vor Ort

Die Tafel Meißen steht aufgrund der durch den Ukraine-Krieg angeheizten Inflation und der bedingt durch den Irankrieg explodierenden Treibstoffkosten vor großen Herausforderungen. Die steigenden Energiepreise der letzten Wochen, ergänzt durch deutlich höhere Kraftstoffkosten und in der Folge jetzt zunehmende Ausgaben für Transport und Logistik, erschweren die tägliche Arbeit der sozial tätigen Einrichtung auf dem Meißner Kynastweg erheblich. Gleichzeitig wächst die Zahl der Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Immer mehr Familien, ältere Menschen sowie Personen mit geringem Einkommen suchen Hilfe bei der Tafel Meißen, sowie in Nossen und Lommatzsch, wo die Meißner seit vielen Jahren jeweils einmal pro Woche ebenfalls mit einer Ausgabe aktiv Unterstützung anbieten.



Um Lebensmittelspenden bei Supermärkten, Bäckereien und Unternehmen abzuholen und anschließend an bedürftige Menschen auszugeben, ist die Tafel Meißen auf funktionierende Fahrdienste und eine verlässliche Logistik angewiesen. Die extrem gestiegenen Kosten für Kraftstoff belasten die Arbeit zunehmend. „Gleichzeitig bleibt aber der Bedarf an Unterstützung hoch“, so Sabine Günther, Vorsitzende des Vereins. „Wir setzen dennoch alles daran, die Versorgung weiterhin zuverlässig sicherzustellen und gleichzeitig Lebensmittel vor der Vernichtung zu bewahren.“ „Wir erleben seit Monaten, dass immer mehr Menschen auf die Unterstützung der Tafeln angewiesen sind. Gleichzeitig steigen die Kosten in nahezu allen Bereichen. Gerade auf lokaler Ebene stellt das viele Standorte in Sachsen und eben auch unsere drei Ausgabestellen vor große finanzielle und organisatorische Herausforderungen“, ergänzt Stephan Trutschler, stellvertretender Vorsitzender der Tafel Meißen. „Besonders die steigenden Ausgaben für Transporte und Fahrzeuge machen sich in der täglichen Arbeit deutlich bemerkbar.“

Die Arbeit der Tafel Meißen wird in hohem Maße durch ehrenamtliches Engagement getragen. Zahlreiche Helferinnen und Helfer setzen sich täglich dafür ein, Lebensmittel zu retten und Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen. Dieses Engagement leistet nicht nur einen wichtigen sozialen Beitrag, sondern stärkt zugleich den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Region. Ohne die Unterstützung der Ehrenamtlichen wäre die tägliche Versorgung vieler Menschen nicht möglich. „Die Tafel Meißen steht für praktische Hilfe und gelebte Solidarität. Damit wir diese Unterstützung auch künftig zuverlässig leisten können, sind wir weiterhin auf Spenden und gesellschaftliche Unterstützung angewiesen. Jede Hilfe trägt dazu bei, unsere Arbeit langfristig abzusichern“, so Trutschler weiter. „Wir sind auf jede Spende angewiesen und dies aktuell eben nicht nur bei Lebensmitteln und Gegenständen des täglichen Bedarfs, sondern wenn möglich, auch auf finanzielle Zuwendungen. Hier sind wir auch in der Lage, entsprechende Spendenquittungen auszustellen.“ Die Tafel Meißen bittet deshalb um finanzielle Unterstützung. Spenden helfen dabei, gerade die aktuell kaum noch zu bezahlenden Kraftstoffkosten aufbringen zu können und so die notwendigen Transporte sicherzustellen, Fahrzeuge im Einsatz zu halten und die tägliche Versorgung bedürftiger Menschen weiterhin zuverlässig zu gewährleisten. Gleichzeitig leisten Unterstützerinnen und Unterstützer einen wichtigen Beitrag dazu, Lebensmittel vor der Vernichtung zu bewahren und Menschen in schwierigen Lebenssituationen konkret zu helfen.


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Tafel Meißen neuer Vorstand

Generationswechsel vor 30-jährigem Jubiläum

Auf ihrer Mitgliederversammlung wählte die Tafel Meißen einen neuen Vorstand. Die Neuwahl erfolgte wenige Wochen vor dem 30-jährigen Jubiläum der Tafel, die im Februar 1996 als Projekt der Meißner Kinder- und Familienhilfe e.V. gegründet wurde. Seit 2006 ist die Tafel Mitglied im Landesverband Sächsischer Tafeln e.V. sowie im Bundesverband Deutscher Tafeln e.V. – Teil einer bundesweiten Bewegung, die seit 1993 überschüssige Lebensmittel sammelt und an Menschen in schwierigen Lebenslagen weitergibt.
Seit ihrer Gründung sammelt und verteilt die Tafel Meißen jährlich rund 346.000 Kilogramm Lebensmittel an bedürftige Menschen in der Region. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung und zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Etwa 500 Menschen – darunter Senioren, Alleinerziehende, Arbeitslosengeld-Bezieher oder Asylsuchende – nutzen regelmäßig, sprich mindestens einmal pro Woche, die Angebote der Tafel, die neben der Hauptausgabestelle in Meißen auch Ausgabestellen in Lommatzsch und Nossen betreibt.
Nach fast drei Jahrzehnten engagierter Arbeit in verantwortlicher Funktion übergab der bisherige Vorstand seine Ämter. Die langjährige Vorsitzende Ursula Gleisberg (91), ihre Stellvertreterin Heidelinde Titel und Schatzmeisterin Kerstin Göldner traten von ihren Führungspositionen zurück, möchten der Tafel aber weiterhin eng verbunden bleiben und aktiv mitarbeiten. Gleisberg blickte auf die Anfänge zurück und sagte, dass man damals „die Tafel Meißen aufgebaut habe und dachte, dass man sie nur für fünf bis sechs Jahre benötigen werde“ – allerdings ist die Nachfrage in der Meißner Bevölkerung bis heute ungebrochen.
Mit der Wahl übernahmen Sabine Günther, Stephan Trutschler und Petra Grünberg die Verantwortung für die künftige Leitung der Tafel Meißen. Alle drei bringen langjährige Erfahrung aus ihrer bisherigen Tätigkeit bei unterschiedlichen Tafeleinrichtungen in Sachsen mit und waren darüber hinaus im Landesvorstand des Landesverbandes Tafel Sachsen e.V. aktiv, bevor sie sich wieder auf die regionale Verantwortung und hier ganz speziell und aus persönlicher Verbundenheit in Meißen konzentrierten.
Sabine Günther wird künftig als Vorsitzende fungieren, Stephan Trutschler als ihr Stellvertretender Vorsitzender und Petra Grünberg als neue Schatzmeisterin. Trutschler betonte, dass sich das neue Team seiner Verantwortung bewusst sei und zugleich neue Perspektiven einbringen wolle: „Wir treten mit großem Respekt vor dem Erreichten an und wollen die bewährte Arbeit fortsetzen – zugleich neue Impulse setzen und die bestehenden Netzwerke noch intensiver nutzen, damit die Unterstützung für Bedürftige hier vor Ort, aber auch in Lommatzsch und Nossen, in der Zukunft weiterhin stabil und wirksam bleibt.“
Das neu gewählte Team sieht seine Aufgabe darin, die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre fortzuführen, die Tafelarbeit weiterzuentwickeln und die Menschen in der Region auch künftig zuverlässig zu unterstützen. Dabei wollen sie die bestehenden Angebote stärken und gleichzeitig auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen reagieren. Sabine Günther fasste den Blick nach vorn zusammen: „Wir danken Ursula Gleisberg, Heidelinde Titel und Kerstin Göldner für ihr jahrzehntelanges Engagement und ihre große Hingabe. Gleichzeitig freuen wir uns darauf, sowohl mit Ihnen als auch gemeinsam mit den weiteren ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern die kommenden Aufgaben anzugehen und die Meißner Tafel fit für die Zukunft zu machen.“

25 Jahre Tafel in Meißen


vor 25 Jahren nahm in Meißen-Triebischtal die Meißner Kinder und Familienhilfe e.V. ihre Tätigkeit mit einem der ersten Tafelprojekt der neuen Bundesländer auf. Angetreten war dereinst unsere Bewegung, dann ihre Tätigkeit einzustellen, wenn die wirtschaftlichen Bedin­gungen für deren   Existenz wegfallen werden. In den darauffolgenden Jah­ren haben sich die gesellschaftli­chen Bedingungen, verbunden mit sozialen Widersprüchen zwischen Arm und Reich so entwickelt, das auch in der Meißner Region immer mehr Menschen aller Al­tersgruppen auf die Leistungen der Tafel angewiesen waren und weiterhin sind.

Unermüdlich und hochmotiviert haben seitdem ehrenamtliche Helfer und Helfe­rinnen an vier Ausgabestandorten im Stadtgebiet und Umland von Meißen sich dafür einge­setzt, ein wenig die materielle Not zu begrenzen, in dem überschüssige Lebensmittel gesam­melt und an an­spruchsberechtigte Mitmenschen verteilt werden konnten. In all diesen Jahren konnte das Team viele Erfolge, Akzeptanz und Anerkennung in breiten Kreisen der Bevölke­rung und der gewerblichen Unterstützer  erlangen. Rückschläge und Niederlagen in der Arbeit haben ebenfalls den Weg der Tafel mitbestimmt. Für das Team, motiviert durch Ursula Gleis­berg, war es immer wieder Anlass, sich neuen Her­ausforderungen zu stellen. Einige, Aktivisten, welche 1996 die Tafel mit in das Leben riefen, sind heute noch en­gagiert ehrenamtlich tätig. Auch wenn sich die inhaltlichen Anforderungen an die Tafelarbeit in all diesen Jahren erheblich hin zur sozialer und gesellschaftlicher Teilhabe ver­änderte, ist die Arbeit mehr denn je, als ein wesentlicher Beitrag zum Gemein­wohl und für den sozialen Frieden zu be­werten. Dies hat unter den gegenwärtigen gesell­schaftlichen Bedingungen noch mehr an Be­deutung gewonnen. Durch die ehrenamtliche Ar­beit des Teams der Tafel Meißen wird in der Region ein Signal gesetzt, die engagierte Unterstützung und Ak­zeptanz kommunaler Entscheidungsträger täglich neu einzuwerben. Der Vorstand des Landesverbandes und die Leitung wünschen weiterhin viel Kraft und Gesundheit. Allen Unterstützern, welche uns auf diesen Weg in den vergangenen Jahren begleitet haben, sagen wir D A N K E und freuen uns weiterhin auf eine gute Zusam­menarbeit.


Dresden, 09.02.2021
Quelle: Redaktion Tafel Sachsen e.V. Landesverband

Coswiger Ausgabe mit neuen Träger


Ab Januar 2021 ist die bisherige Ausgabestelle der Meißen Tafel in Coswig an eine neuen Träger, dem Regionalverband der Johanniter Unfallhilfe e.V. Meißen / Mittelsachsen übergegangen.. Die Helferinnen und Helfer der JUH werden künftig die bisherige Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen in Coswig in hoher Qualität fortzusetzen. Unser Dank gilt dem Team um Frau Lehmann, welche seit vielen Jahren sich um die bedürftigen Menschen in der Stadt Coswig vorbildlich bemüht hat und deren Engagement mit der Tafel Meißen eng verbunden ist. Mit der Anerkennung des Teams der JUH RV Meißen / Mittelsachsen e.V. durch Tafel Deutschland e.V. als nun offizielle Tafel Einrichtungen, kann der Landesverband Tafel Sachsen e.V. ein weiteres Mitglied in der sächsischen “ Tafelfamilie“ begrüßen. Wir sind gemeinsam überzeugt, das durch den neuen Träger die verantwortungs- und vertrauensvolle Arbeit  gegenüber Kunden, Unterstützer und Sponsoren sowie den kommunalen Partnern in Coswig weitergeführt wird. Der Vorstand des Kinder- und Familienzentrum Meißen und der Landesverband wünscht den Helferinnen und Helfern viel Erfolg und Gesundheit für Ihre verantwortungsvolle Arbeit und freut sich auf gute, konstruktive Zusammenarbeit.

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Ehrung mit „Annen-Medaille“


Die Sächsische Staatsministerin für Soziales, Frau Barbara Klepsch hat am 23. Oktober 2018 in Dresden die Annen-Medaille an 20 Bürgerinnen und Bürger verliehen, welche sich in besonderer Weise ehrenamtlich engagieren. „Auf das bürgerschaftliche Engagement in unserem Freistaat Sachsen können wir stolz sein, ob beim Katastrophenschutz oder bei der Unterstützung von Kriminalitätsopfern. Freiwillige Arbeit baut Brücken innerhalb einer Gesellschaft, zwischen reichen und ärmeren Menschen, zwischen Älteren und Jungen, zwischen Kranken und Gesunden“, sagte die Sozialministerin anlässlich der Verleihung . Auch dieses Jahr wurden wieder Personen geehrt, deren Leistung weit über das Normale hinausgehen, die mit Engagement andere Mitbürger begeistern und inspirieren, ihnen helfen, sie unterstützen und fördern. In ihrer Ansprache dankte die Ministerin den Ausgezeichneten dafür, dass sie durch ihr Wirken beispielgebend für ein soziales Sachsen eintreten. Die Gesellschaft ist auf solche Menschen angewiesen. Es ist ein Beitrag der Mitmenschlichkeit, den die Ausgezeichneten in ihrer Tätigkeit leisten.
Bis zu 20 Bürger*innen aus dem gesamten Freistaat erhalten diese Auszeichnung jährlich .Die Annen-Medaille wurde im Jahre 1995 von der Sächsischen Staatsregierung zum Andenken an die wohltätige Kurfürstin »Anna von Sachsen« (1532 – 1585) gestiftet.


Die Tafeln in Sachsen und das Team der Meißner Tafel  freuen sich  , das in diesem Jahr auf Vorschlag des Vorstands des Landesverbandes, Frau Ursula Gleisberg , Leiterin der Meißner Tafel, zu den Geehrten gehörte. Mit ihren über 80 Jahren ist die langjährige Vorsitzende des Vereins Meißner Kinder- und Familienhilfe e.V. emsig in dem Projekt Tafel engagiert Ob bei der Vermittlung von Sponsoren Kontakten, oder der Unterstützung der Tafelkunden bei Problemen mit Behörden ist sie stets präsent Frau Gleisberg koordiniert die Abläufe der Meißner Tafel mit den Ausgabestellen Nossen,  Lommatzsch und Coswig.  Über Jahre hat sie ein sehr engagiertes Team von ehrenamtlichen Tafelhelfern aufgebaut und  motiviert. Wir sind stolz auf die Ehrung unsere Vorsitzenden und wünschen Ihr  viel Gesundheit